Die Salzbecken von Yanjing

DIE SALZBECKEN VON YANJING

Der Pu-Erh-Tee-Handel verlief nicht nur in eine Richtung. Wenn überhaupt, dann legten nur wenige Karawanen die ganze Strecke zurück. 

Der Pu-Erh-Tee-Handel verlief nicht nur in eine Richtung. Wenn überhaupt, dann legten nur wenige Karawanen die ganze Strecke zurück. Stattdessen wurde der Tee an Etappen wie Lijiang und Gyalthang (heute Shangri-La) abgeladen und durch Waren aus dem Norden ersetzt, die in den Süden von Yunnan zu bringen waren. Zu den wertvollsten Gütern zählte das Salz, das in Gebirgen wie dem Himalaya von besonderer Bedeutung ist, da hier traditionell bei vielen Menschen aufgrund der jodarmen Ernährung ein Kropf auftritt. 140 Kilometer nördlich des LUX Benzilan befinden sich die einzigartigen Salzbecken von Yanjing (Yanjing bedeutet auf Chinesisch Salzbrunnen). Brunnen auf beiden Seiten des reißenden Flusses Mekong zapfen saline Aquifere an. Die Dorfbewohner nutzen diese bereits seit über tausend Jahren. Das einzige Problem besteht darin, dass abgesehen von der Felsenschlucht kein flaches Land für die Verdunstung vorhanden ist. Die Lösung war die Errichtung von 2.800 Salzbecken aus Holz und Schlamm, die an den Steilhängen angebracht sind. Jeden Morgen tragen die Dorfbewohner das Salzwasser den Hang hinauf und leeren das Wasser aus ihren Eimern in die flachen Becken, die jeweils eine Fläche von 20 Quadratmetern aufweisen. Die Hitze der Sonne und der Wind in der Schlucht erledigen den Rest der Arbeit. Am Nachmittag kann das getrocknete Salz geerntet werden – am rechten Ufer weißes Salz und am linken Ufer aufgrund der Eisenoxidation rotes Salz. Das rote Himalaya-Salz wird im Westen hoch geschätzt und teuer verkauft wird; diese lokale Variante jedoch ist günstiger als das weiße Salz.