Ein gewöhnungsbedürftiger Geschmack

EIN GEWÖHNUNGSBEDÜRFTIGER GESCHMACK

Buttertee wird in Tibet häufig und in großen Mengen getrunken und ist tatsächlich einer der Hauptgründe für das Entstehen der Tee-Pferde-Straße. 

Buttertee wird in Tibet häufig und in großen Mengen getrunken und ist tatsächlich einer der Hauptgründe für das Entstehen der Tee-Pferde-Straße. Die Entdeckung des Tees durch die Tibeter im siebten Jahrhundert sowie die große Nachfrage danach markierten den Anfang des langen Lieferwegs (siehe [Link zum Pu-Erh-Tee-Artikel]), doch das Getränk selbst hat sich weit von dem wegentwickelt, wie die Menschen im südlichen Yunnan und im Rest von China es genossen. Bei der Zubereitung des als po cha, bod ja oder ja srub ma bzw. von den Chinesen als suyou cha(酥油茶) bezeichneten Getränks wird Yakbutter und Salz untergemischt. Das Ergebnis ist ein nahrhafter Trank, für den sich kaum ein Nicht-Tibeter begeistern kann. Der Tee muss zunächst gut durchgekocht werden – in der Regel mindestens eine Stunde lang. Dann wird ein Klumpen Butter (streng genommen handelt es sich um Dri-Butter, da es sich beim Yak um das männliche Tier handelt) zusammen mit einer Handvoll Salz in ein als mdong mo bezeichnetes hohes zylindrisches Butterfass (siehe Bild unten) gegeben. Der starke Tee wird hinzugegeben und die Mischung wird mit einer Art Stempel heftig verrührt. Wie der britische Schriftsteller und Entdecker Spencer Chapman trocken bemerkte, ist das „Ergebnis eine purpurfarbene Flüssigkeit von einem für Tee sehr ungewöhnlichen Geschmack. Als Suppe mundet das Ganze jedoch sehr gut.“ Tibeter trinken diesen Tee in großen Mengen und als gastfreundliche Menschen wird das Getränk jedem Gast serviert. Die Etikette verlangt, dass die Teeschale jeder Person nach jedem Schluck fortwährend nachgefüllt wird, sodass sie niemals leer wird. Für Nicht-Tibeter ist vor allem gewöhnungsbedürftig, dass die Butter häufig ein wenig ranzig ist, was den Tibetern selbst gar nichts ausmacht. Es ist akzeptabel, die Teeschale nach dem ersten Schluck nicht mehr anzurühren (der ja sofort nachgegossen wird) und dann kurz vor dem Gehen die volle Tasse auszutrinken. So bleibt die Etikette gewahrt.