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DIE URSPRÜNGE

"Die Reise durch diese Berge stellt eine der unvergesslichsten Fahrten auf der Welt dar. Hier trifft spektakuläre Naturschönheit auf antike Tradition, während antike Tradition gleichzeitig auf all die laute, glänzende Aufdringlichkeit des modernen Chinas trifft. Der erste Streckenabschnitt von Dali mit seinen hübschen Pagoden und mit Bambusnadeln arbeitenden Tätowiersalons steigt langsam von Pinien gesäumte Hänge hinauf. Zahlreiche feste Bestandteile englischer Landschaftsgärten wie Rhododendron, Primeln, Berberitze wurden aus China beschafft, als unerschrockene Pflanzenjäger in den 1920er Jahren zum ersten Mal diese Pflanzenarten sammelten."

– Alex von Tunzelmann, Reiseschriftsteller, LUX* 01 Magazine

Der Legende nach brachte ein antiker Gebirgsdurchgang um etwa 640 nach Christus die Hochzeit zwischen einer wunderschönen Prinzessin der Tang-Dynastie und eines mächtigen tibetanischen Königs zustande. Um zu ihrem Ehemann zu gelangen, durchquerte Prinzessin Wénchéng diese fast 2.000 km lange windgepeitschte, schneebedeckte Landschaft von den tiefen grünen Tälern Südchinas bis hinauf zur buddhistischen Stadt von Lhasa, hoch oben auf der tibetanischen Hochebene. Eine in jeder Hinsicht legendäre Liebesgeschichte. Jedoch glauben einige, dass dieses Liebesverhältnis den Verlauf der Geschichte veränderte, und zwar wegen einer Sache, die sie bei sich trug: Teeblätter. Um dem aufkommenden Durst der tibetanischen Königsfamilie nach Tee zu stillen, wagten sich chinesische Kaufleute von Yunnan und Sichuan über das Himalaja-Gebirge durch diese geheimnisvollen schmalen Bergserpentinen über heimtückische hohe Pässe. Ihr Weg führte sie von Tibet nach Indien und Nepal und verband damit das Kaiserreich China mit den Königreichen Südasiens.

Auf dem Rücken von Maultieren und Yaks tauschten die Kaufleute der Song-Dynastie bei ihrer Ankunft in Lhasa ihren wertvollen chinesischen Tee von den Plantagen von Xishuangbanna, Yiwu und Pu’er gegen tibetanische Pferde. So erhielt dieser entlegene, von Erzählungen umwobene Pass für immer seinen Namen: die Tee-Pferde-Straße. Zwei Jahrhunderte lang tauschte China Millionen Pfund an Tee gegen Zehntausende tibetanische Pferde im Jahr. Der Kaiser war für die plündernden Völker der nördlichen Grenze jedoch kein ebenbürtiger Gegner. Die tibetanischen Pferde konnten die Song-Dynastie retten; sie wurde im Jahr 1279 von Kublai Khan besiegt. Allerdings tat dies keinen Abbruch für den über Leben und Tod entscheidende Tauschhandel mit Tee und Pferden. In den Ming- und Qing-Dynastien wurde Tee gegen Silber, Gold und seltene traditionelle chinesische Heilpflanzen eingetauscht, die auf der Hochebene Tibets blühten. Bis heute stellt eine Tasse chinesischer Tee für tibetanische Züchter, Nomaden und Kaufleute in dieser legendären Landschaft ein seit Jahrhunderten bewährtes Stärkungsmittel dar.

Kühne Reisende sind diesen Wegen im Schatten der Jade-Drachen-Schneeberge mehr als ein Jahrtausend nachgegangen. Acht Jahrhunderte Geschichte haben ihre Spuren in der Altstadt Lijiangs, dem UNESCO-Weltkulturerbe, hinterlassen, wo sich filigrane Holzwohnhäuser mit elegant geschwungenen Dächern aneinanderreihen und aufwändig verzierte Steinbrücken wichtige Wasserstraßen überbrücken. Dieses einzigartige Sammelbecken für Händlerkarawanen zählt zu den am besten erhaltenen historischen Städten Chinas, das als seltenes Stadtbild gefeiert wird und verschiedene kulturelle Traditionen vereint. Die einheimische Dongba-Kultur der Naxi-Ureinwohner wurde unverkennbar erhalten und Lijiang lädt Besucher herzlich ein, durch die mit Kopfstein gepflasterten Straßen entlang von Häusern mit roten Samtlaternen spazieren zu gehen.

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